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Journalisten-Workshop 2019: „Intelligence & Investigations – Anti-Doping 2.0?“

31.10.2019

"Die Ermittlungsarbeit bildet eine maßgebliche Grundlage der gegenwärtigen und zukünftigen Anti-Doping-Aufgaben", sagte Dr. Andrea Gotzmann, Vorstandsvorsitzende der Nationalen Anti Doping Agentur Deutschland (NADA) anlässlich des diesjährigen Journalisten-Workshops in Bonn: "Das Anti-Doping-Gesetz ist ein großer Erfolg für die Anti-Doping-Arbeit in Deutschland. Mit der Einführung des Gesetzes im Dezember 2015 wurden einige Lücken der repressiven Anti-Doping-Arbeit geschlossen."

Gemeinsam mit Fachleuten diskutierte die NADA das Thema "Intelligence & Investigations - Anti-Doping 2.0?". Als Expertinnen und Experten waren auf dem Podium dabei: Steffi Nerius (Leiterin des Sportinternats Leverkusen und Weltmeisterin im Speerwurf), Oberstaatsanwalt Kai Gräber (Schwerpunktstaatsanwaltschaft München I), Michael Ask (Anti Doping Danmark, INADO) und Dr. Lars Mortsiefer (NADA).

Die Diskussionsrunde, die live auf dem Facebook-Kanal der NADA übertragen wurde, bildete in diesem Jahr den Abschluss des Journalisten-Workshops. Am Vormittag konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an verschiedene Stationen zu unterschiedliche Themen der Anti-Doping-Arbeit mit den NADA-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern austauschen.

Ein Thema war der revidierte Welt Anti-Doping Code. Das weltweit gültige Regelwerk wurde in drei umfangreichen Konsultationsphasen überarbeitet und an die neuen Herausforderungen angepasst. In der kommenden Woche wird der Welt Anti-Doping Code 2021 anlässlich der Welt Konferenz gegen Doping im Sport in Kattowitz (Polen) verabschiedet. Dr. Lars Mortsiefer, Vorstandsmitglied und Chefjustitiar der NADA, gab einen Einblick in den World Anti-Doping Code 2021.

Dr. Anja Scheiff, Leiterin des Ressorts Medizin und Jutta Müller-Reul, ärztliche Mitarbeiterin im Ressort Medizin, gaben Auskunft zum Thema "Mythos TUEs". Stefan Trinks, Leiter des Ressorts Doping-Kontroll-Systems der NADA, machte einen Faktencheck zum Doping-Kontroll-System und ging dabei auf Neuerungen ein, die sich für die NADA aus den Erkenntnissen der "Operation Aderlass" ergeben haben.

Der Journalisten-Workshop diente darüber hinaus zum Austausch über aktuelle Anti-Doping-Themen, so auch die jüngsten Vorkommnisse in Russland. "Einzig und allein der internationale Leichtathletik-Verband - IAAF - hat die richtigen Schlüsse gezogen und konsequent den stetigen Druck auf den russischen Sport zur Aufklärung des systematischen Dopings, der Manipulation und Vertuschung aufrecht gehalten. Nur so, im Sinne einer Bringschuld, lassen sich Veränderungen erzielen", so Gotzmann.

Auch der Dauerbrenner "Finanzierung" wurde diskutiert. "Mit dem Stakeholdermodell ist sichergestellt, dass die NADA nicht nur von einer "Partei" abhängig ist. Seien es Bund/Länder, der Sport oder die Wirtschaft, nur im Konsens können strategische Entscheidungen getroffen werden.", erläuterte Gotzmann: “Wir müssen allerdings konstatieren, dass sich das Stakeholdermodell in puncto Finanzierung nie richtig hat realisieren lassen. Umso mehr freut es uns, dass wir in diesem Jahr mit der Firma Kivanta einen neuen Wirtschaftspartner gewinnen konnten.”