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Journalisten-Workshop 2018: "Anti-Doping-Arbeit auf dem Prüfstand - wie kann Vertrauen zurückgewonnen werden?"

23.10.2018

"Die Vision von einem unabhängigen Regelungsgeber ist mit der Entscheidung des WADA-Exekutiv-Komitees in der neuerlichen Zulassung der russischen Anti-Doping Agentur zerstört worden. Das Vertrauen in die Anti-Doping-Arbeit ist massiv verloren gegangen", sagte Dr. Andrea Gotzmann, Vorstandsvorsitzende der Nationalen Anti Doping Agentur Deutschland (NADA) anlässlich des diesjährigen Journalisten-Workshops in Bonn: "Es bestätigte sich erneut, dass es in der weltweiten Anti-Doping-Arbeit noch viele Baustellen gibt - vorrangig sehe ich hier die Überarbeitung der Governance Strukturen der WADA."

Gemeinsam mit ausgewiesenen Fachleuten wurde der Reformprozess der internationalen Anti-Doping-Arbeit unter dem Titel "Anti-Doping-Arbeit auf dem Prüfstand - wie kann Vertrauen zurückgewonnen werden?" diskutiert. Als Expertinnen und Experten waren auf dem Podium dabei: Claudia Bokel (FairSport), Benjamin Cohen (International Testing Agency), Dr. Matthias Kamber (ehem. Antidoping Schweiz) und Dr. Andrea Gotzmann (NADA).

"Die sauberen Sportlerinnen und Sportler haben am meisten unter den Entscheidungen der letzten Jahre gelitten. Sie sind diejenigen, die maßlos enttäuscht, aber auch wütend sind, wenn sie gegen Sportlerinnen und Sportler aus Nationen antreten müssen, bei denen ein staatliches gelenktes Dopingsystem nachgewiesen wurde und die Aufarbeitung nicht konsequent genug betrieben wird. Für sie müssen wir endlich weltweite Chancengleichheit sichern", sagte Gotzmann im Rahmen der Diskussion.

Um die Anti-Doping-Arbeit näher darzustellen, organisierte die NADA während des Journalisten-Workshops verschiedene Stationen, an denen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unterschiedliche Themen mit den NADA-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern besprechen konnten.

NADA-Vorstandsmitglied Dr. Lars Mortsiefer gab an der Station "Compliance Überprüfung - einheitliche Anti-Doping-Arbeit für alle Sportlerinnen und Sportler" Einblicke in die rechtlichen Regelungen und den daraus abgeleiteten, praktischen Umgang mit dem neuen Standard für Compliance.

Stefan Trinks, Leiter des Ressorts Doping-Kontroll-System der NADA thematisierte die "Chain of Custody", der Weg einer Probe von der Abnahme bis zum Labor. Dr. Anja Scheiff, Leiterin des NADA-Ressorts Medizin erläuterte an der Station "Asthma und Sport" die Regelungen zum Umgang mit Asthmamitteln in der Anti-Doping-Arbeit.

Die Diskussionsrunde bildete auch in diesem Jahr den Abschluss des Journalisten-Workshops. Die Diskussion wurde live auf dem Facebook-Kanal der NADA übertragen und kann dort als Video weiterhin abgerufen werden.