
Risikogruppen
Basierend auf einer strukturierten und nachvollziehbaren Risikobewertung (Risk Assessment), werden alle von der NADA kontrollierten Sportarten sowie deren Disziplinen einer Risikogruppe zugeordnet. Diese Einstufung dient als Ausgangspunkt für die jeweilige Zuordnung von Athlet*innen zu den einzelnen Testpools, sowie der Verteilung zur Verfügung stehender Ressourcen innerhalb des Dopingkontrollplans. Ziel ist es, Dopingrisiken in einzelnen Sportarten und Disziplinen realistisch einzuschätzen und Kontrollen dort einzusetzen, wo sie am sinnvollsten sind. Nähere Informationen finden Sie auf dieser Seite.
Insgesamt gibt es drei Gefährdungsstufen:
- Risikogruppe A (hohes Dopingrisiko),
- Risikogruppe B (mittleres Dopingrisiko) und
- Risikogruppe C (geringes Dopingrisiko).
Bei der Risikobewertung werden insbesondere folgende Faktoren berücksichtigt:
Physiologische und physische Faktoren
Es wird bewertet, welche körperlichen und leistungsphysiologischen Anforderungen eine Sportart bzw. deren Disziplin mit sich bringt. Disziplinen, die hohe Anforderungen an Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit oder Regenerationsfähigkeit stellen, bergen ein erhöhtes Risiko für leistungsmanipulierende Maßnahmen.
Anreize und Leistungsdruck
Im Rahmen der Risikobewertung werden mögliche Vorteile und Anreize, die mit der Anwendung verbotener Substanzen oder Methoden verbunden sein können, einbezogen. Dazu zählen beispielsweise finanzielle Perspektiven wie Preisgelder und Sponsoring sowie strukturelle Vorteile auf verschiedenen Leistungs- und Wettbewerbsebenen. Auch die mediale Berichterstattung und das öffentliche Interesse werden bei der Bewertung berücksichtigt.
Dopinghistorie
Die Auswertung der Dopinghistorie gibt die tendenzielle Dopinggefährdung einer Sportart bzw. deren Disziplin(en) wieder. In diese Auswertung fließen u. a. vergangene Dopingfälle sowie die Anzahl der Adverse Analytical Findings (AAF) und Anti-Doping Rule Violations (ADRVs) der letzten Jahre auf nationaler und internationaler Ebene ein.
Verfügbare Informationen und Hinweise
In diesem Bereich fließen Hinweise aus dem Intelligence- & Investigations-Bereich in die Risikobewertung ein. Dazu zählen u. a. Hinweise von Whistleblowing-Plattformen, Berichte des Dopingkontrollpersonals sowie sonstige Hinweise aus dem sportlichen Umfeld. Zusätzlich werden verfügbare statistische Daten, Forschungsarbeiten und Berichte herangezogen. Berücksichtigt werden auch Hinweise der WADA oder aus den WADA-akkreditieren Laboren.
Nationaler Faktor
Um auch den nationalen Faktor in der Risikobewertung zu berücksichtigen, werden die Erfolge deutscher Athletinnen und Athleten bei nationalen und internationalen Wettbewerben, ihr Meldeverhalten und ihre Verfügbarkeit für Dopingkontrollen sowie Erfahrungen und Erkenntnisse aus der NADA-Kontrollplanung einbezogen.
In der weiteren detaillierten Dopingkontrollplanung werden zudem weitere Aspekte wie z.B. bestimmte Phasen innerhalb der Saison, Zeitpunkte in der sportlichen Laufbahn, Leistungsentwicklungen etc. zusätzlich berücksichtigt.
Darüber hinaus findet ein Austausch mit anderen Anti-Doping-Organisationen statt, die ebenfalls für die Durchführung von Dopingkontrollen verantwortlich sind, wie z. B. internationalen Verbänden. Das Risk Assessment erfolgt dabei jedoch unabhängig voneinander.
Verbindliche Grundlage sind zudem die internationalen Vorgaben, insbesondere des International Standard for Testing and Investigations (ISTI) sowie das Technical Document for Sport Specific Analysis (TDSSA).
Eine Übersicht über die Einteilung der Risikogruppen finden Sie hier:


