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Aktuelle medizinische Hinweise

Sie leiden aktuell an Heuschnupfen und Asthma bronchiale? Sie wollen Blutplasma spenden? Nehmen Sie Nahrungsergänzungsmittel? Vielleicht planen Sie eine Reise nach China oder Mexiko? Aufgepasst, denn in diesen Ländern kann Fleisch mit Clenbuterol verunreinigt sein. Ähnliches gilt für Nahrungsergänzungsmittel, die gefälscht oder verunreinigt sein können. Bei der Blutplasmaspende gilt es zu beachten, dass die Entnahme von Blut zwar erlaubt, die (Wieder-)Zufuhr von Blutbestandteilen jedoch verboten ist. Daher müssen Athletinnen und Athleten bei einer Blutplasmaspende einiges beachten. Zur Behandlung von Allergien und Heuschnupfen stehen sowohl erlaubte, als auch verbotene Medikamente zur Verfügung, und in der Pollensaison erhält die NADA vermehrt Anfragen hierzu. Folgend geben wir Ihnen wichtige Hinweise im Umgang mit diesen Punkten. Außerdem informieren wir Sie auf dieser Seite über alle Änderungen der Verbotsliste für das aktuelle Jahr. Die Verbotsliste wird jedes Jahr überarbeitet. Eine aktuelle informatorische Übersetzung finden Sie hier. Eine Übersicht über die wichtigsten Änderungen für das Jahr 2021 finden Sie auf der rechten Seite.

 

Allgemeine Hinweise

Für die NADA ist die WADA-Verbotsliste maßgebend. Somit wartet auch die NADA die Einschätzung und Hinweise der WADA bezüglich der Vereinbarkeit von COVID-19-Impfstoffen mit den Anti-Doping-Bestimmungen ab. Hinweis der WADA vom 11. Dezember 2020: WADA clarifies position on COVID-19 vaccines

Die NADA warnt aus den nachfolgenden Gründen vor der Einnahme bzw. Anwendung CBD-haltiger Produkte. Cannabidiol, kurz CBD, wird aus Cannabispflanzen-Extrakt gewonnen und ist als Nahrungsergänzungsmittel, beispielsweise in Form von Ölen, oder auch als Cremes sowie in den USA als verschreibungspflichtiges Arzneimittel gegen besondere Formen der Epilepsie erhältlich. Für Athleten, die einem Dopingkontrollsystem unterliegen, können CBD-Produkte eine Dopingfalle darstellen. Denn Cannabispflanzen enthalten das im Wettkampf verbotene Tetrahydrocannabinol, kurz THC. CBD-Produkte können undefinierbare Mengen an THC enthalten. Auch wenn auf den Etiketten von CBD-Produkten häufig angegeben wird, dass der THC-Gehalt sehr niedrig ist, fällt er praktisch oftmals viel höher aus. Damit besteht die Gefahr einer positiven Dopingprobe auf THC. Zudem sind die Risiken und Nebenwirkungen der Anwendung von CBD noch nicht umfassend erforscht, gesundheitliche Auswirkungen auf den Körper sind noch nicht absehbar. Die rechtliche Einstufung von CBD-Produkten durch die zuständigen Landesbehörden in Deutschland ist derzeit nicht abgeschlossen und damit die Verkehrsfähigkeit nicht geklärt.

Eine wissenschaftliche Publikation zur Abschätzung des Risiko-Potenzials eines positiven Doping-Befunds für Athletinnen und Athleten bei der Verwendung von Cannabidiol-Produkten - u.a. von Dr. rer. nat. Anja Scheiff (Leitung Ressort Medizin) - finden Sie hier: www.dshs-koeln.de

In China, Mexiko und Guatemala besteht die erhöhte Gefahr des unbeabsichtigten Dopings durch den Verzehr von Fleisch, das mit der verbotenen anabolen Substanz Clenbuterol kontaminiert sein kann. Dies ergaben Untersuchungen u.a. des Manfred-Donike-Instituts und des Zentrums für Präventive Dopingforschung der Deutschen Sporthochschule Köln (Clenbuterol: Warning for Athletes). Deshalb rät die NADA bei Reisen in diese Länder zu besonderer Wachsamkeit bei der Ernährung. Denn grundsätzlich ist jede*jeder Sportler*in selbst dafür verantwortlich, dass sie*er ihrem*seinem Körper keine Substanz zuführt, mit der sie*er bei einer Dopingkontrolle positiv getestet werden kann. Die Thematik ist mittlerweile seit vielen Jahren bekannt. Durch einen sensiblen Umgang mit dem Thema und entsprechende Anpassungen der Ernährung können derartige Fälle vermieden werden. 

Bei großen sportlichen Wettkampfveranstaltungen in oben genannten Ländern kann der jeweils zuständige internationale Sportfachverband möglicherweise Auskunft darüber geben, ob für die Veranstaltung zertifizierte Caterer empfohlen werden, die Clenbuterol-freies Fleisch verarbeiten. Weitestmöglich sollte auf den Verzehr von Fleischprodukten verzichtet werden. Vorschläge für konkrete Alternativen zur Deckung des Eiweißbedarfs durch andere, sichere Proteinquellen sollten - wie auch vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) empfohlen (DOSB Clenbuterol Warnung China.pdf) - über die Ernährungsberater der Olympiastützpunkte angefordert werden. Viele Verbände und Vereine sind sensibilisiert für dieses Thema und treffen bei Reisen nach China, Mexico oder Guatemala entsprechende Vorkehrungen. 

Wir weisen weiterhin darauf hin, dass es für Clenbuterol einen Grenzwert im Urin (TL23 Growth Promoters 2021.pdf) gibt, der den Umgang mit einer positiven Dopingprobe bestimmt. Auf Basis der heutigen Studienlage wird davon ausgegangen, dass die Konzentration von Clenbuterol im Urin nach dem Verzehr von kontaminiertem Fleisch gering ist. Daher wird eine Clenbuterol-Konzentration von mehr als (>) 5 ng/ml im Urin als ein von der Norm abweichendes Analyseergebnis gewertet. Eine Clenbuterol-Konzentration von oder unter (≤) 5 ng/ml im Urin wird als atypisches Analyseergebnis gewertet. In diesem Fall sind weitere Untersuchungen notwendig, um festzustellen, ob der Verzehr von kontaminiertem Fleisch eine Erklärung für das Ergebnis darstellen kann. Im Rahmen dieser weiteren Untersuchungen kann unter anderem eine Haaranalytik (Statistical significance of hair analysis of clenbuterol to discriminate therapeutic use from contamination) durchgeführt werden. Können Beweise erbracht werden, dass das Ergebnis aufgrund des Verzehrs von kontaminiertem Fleisch zustande gekommen ist, wird der Fall eingestellt. Können jedoch keine solche Beweise erbracht werden, wird das Ergebnis als ein von der Norm abweichendes Analyseergebnis gewertet und ein Ergebnismanagement-/ Disziplinarverfahren wird eingeleitet. Wichtig ist, dass bei einem Nachweis von Clenbuterol in einer Dopingprobe, auch bei vorherigem Aufenthalt in den oben genannten Ländern, das übliche Standardprozedere mit entsprechenden Überprüfungen anläuft und der Beweis erbracht werden muss, dass der Auslöser für ein solches, positives Analyseergebnis der unbeabsichtigte Verzehr von kontaminierten Fleisch ist.

 

Weitere Informationen finden Sie unter den folgenden Links:

Einige Athletinnen und Athleten spenden hin und wieder oder sogar regelmäßig Blut oder Blutplasma. Da aber Methoden wie die Rückführung von Blut oder Blutbestandteilen und zudem intravenöse Infusionen auf der Verbotsliste der WADA aufgeführt sind, sollten Athletinnen und Athleten ein paar Regeln beachten, um nicht gegen die Anti-Doping-Bestimmungen zu verstoßen. Hier die wichtigsten Regeln für Spenderinnen und Spender und Empfängerinnen und Empfänger und die Notwendigkeit von TUE oder Attest:

  • Abgabe einer Blutspende: keine TUE und kein Attest erforderlich, ggf. Angaben im Athleten-Blutpass machen
  • Abgabe einer Plasmaspende: TUE für Testpool-Athletinnen/Athleten, Attest und ggf. rückwirkende TUE für Nicht-Testpool-Athleten
  • Durchführung einer Dialyse: TUE für Testpool-Athletinnen/Athleten, Attest und ggf. rückwirkende TUE für Nicht-Testpool-Athleten
  • Empfang einer Bluttransfusion: TUE für Testpool-Athletinnen/Athleten, Attest und ggf. rückwirkende TUE für Nicht-Testpool-Athleten
  • Empfang einer Plasmaspende: keine TUE für Testpool-Athletinnen/Athleten, kein Attest für Nicht-Testpool-Athletinnen/Athleten, wenn die Verabreichung als intravenöse Infusion im Krankenhaus erfolgt. TUE für Testpool-Athletinnen/Athleten, Attest für Nicht-Testpool-Athletinnen/Athleten, wenn die Verabreichung als intravenöse Infusion nicht im Krankenhaus erfolgt.
  • Empfang einer intravenösen Infusion von mehr als 100 ml innerhalb von 12 Stunden mit erlaubten Substanzen, wenn die Verabreichung im Rahmen von Krankenhausbehandlungen, chirurgischen Eingriffen oder klinischen diagnostischen Untersuchungen erfolgt: keine TUE für Testpool-Athletinnen/Athleten, kein Attest für Nicht-Testpool-Athletinnen/Athleten.
  • Empfang einer intravenösen Infusion von mehr als 100 ml innerhalb von 12 Stunden mit erlaubten Substanzen außerhalb einer Krankenhauseinweisung, eines chirurgischen Eingriffes oder einer klinischen Untersuchung: TUE für Testpool-Athletinnen/Athleten, Attest für Nicht-Testpool-Athletinnen/Athleten
  • Empfang einer verbotenen Substanz als intravenöse Infusion: TUE für Testpool-Athletinnen/Athleten, Attest und ggf. rückwirkende TUE für Nicht-Testpool-Athletinnen/Athleten

Antihistaminika sind erlaubt. Asthmasprays, Augentropfen, Nasensprays und Hautcremes mit Wirkstoffen aus der Gruppe der Glucocorticoide (Kortison) sind ebenfalls erlaubt. Zudem dürfen drei bronchienerweiternde Wirkstoffe (sogenannte Beta-2-Agonisten), jeweils mit Tageshöchstdosen, inhalativ eingesetzt werden:

  • Salbutamol bis zu 800 µg über 12 Stunden und maximal 1600 µg über 24 Stunden
  • Salmeterol bis zu 200 µg über 24 Stunden
  • Formoterol bis zu 54 µg über 24 Stunden
  • Vilanterol bis zu 25 μg über 24 Stunden

 

Auch erlaubte Medikamente müssen bei Dopingkontrollen angegeben werden. Ein Antrag auf Medizinische Ausnahmegenehmigung bzw. ein Attest ist für erlaubte Medikamente nicht erforderlich. Bei der NADA eingereichte Anträge, Atteste und medizinische Unterlagen zu erlaubten Medikamenten werden umgehend an den Absender zurückgesandt. Weitere Informationen finden Sie unter www.nadamed.de.

Wichtige Dokumente

FAQ Änderungen Kortison ab 01.01.2022

NEU
MB

Infoblatt Blut-, Blutplasma- und Thrombozytenspenden

0,3 MB

Infoblatt Periphere Stammzellspende

0,3 MB

Die wichtigsten Änderungen der Verbotsliste 2021

Die inhalative Anwendung des Beta-2-Agonisten Vilanterol ist bis zu einer Dosis von 25 μg (Mikrogramm) über 24 Stunden gestattet. Das bedeutet, sämtliche Asthmasprays, die Vilanterol – alleine oder in Kombination mit weiteren erlaubten Wirkstoffen -  enthalten sind bis zu der genannten Tageshöchstdosis für Vilanterol ab dem 1. Januar 2021 vom bisher geltenden Verbot ausgenommen. Die Beta-2-Agonisten Formoterol, Salbutamol und Salmeterol sind bereits seit vielen Jahren bei inhalativer Anwendung bis zu bestimmten festgelegten Dosierungen vom Verbot ausgenommen.

 

Wie bereits in den Vorjahren sind intravenöse Infusionen und/oder Injektionen von insgesamt mehr als 100 ml innerhalb von 12 Stunden jederzeit verboten, es sei denn, sie werden rechtmäßig im Zuge von Krankenhausbehandlungen, chirurgischen Eingriffen oder klinischen diagnostischen Untersuchungen verabreicht. Während diese verbotene Methode M2.2 jedoch bislang als nicht-spezifische Methode galt, so gilt sie ab 1. Januar 2021 als spezifische Methode. Die Einteilung in spezifische und nicht-spezifische Substanzen ist insbesondere für das Sanktionsmaß bei Verstößen gegen die Anti-Doping-Bestimmungen mit diesen Substanzen bzw. Methoden ausschlaggebend. Näheres hierzu regelt der NADC21.

 

Bei Suchtmitteln handelt es sich gemäß Artikel 4.2.3 des NADC um Substanzen, die häufig in der Gesellschaft missbraucht werden, ohne dass ein Bezug zum Sport besteht. Im Jahr 2021 gelten die Substanzen Cocain, Diamorphin (Heroin), Methylendioxymethamfetamin (MDMA/“Ecstasy“) und Tetrahydrocannabinol (THC) als Suchtmittel und sind als solche in den jeweiligen Klassen der Verbotsliste, denen sie angehören, gekennzeichnet.

 

Die Substanz IOX-2 ist als ein weiteres Beispiel für HIF-Aktivatoren hinzugefügt.

 

Es wurde präzisiert, dass die topische ophthalmische Verabreichung von Carboanhydrasehemmern (z. B. Brinzolamid, Dorzolamid) nicht verboten ist.

 

Wie bereits in den Vorjahren ist die topische Anwendung von Imidazol-Derivaten vom Verbot ausgenommen. Neu hinzugefügt sind nun namentliche Beispiele für diese Imidazol-Derivate (z.B. Brimonidin, Oxymetazolin, Xylometazolin). Sie finden insbesondere als Wirkstoffe in abschwellenden Nasensprays Verwendung.

 

Nebivolol ist als ein weiteres Beispiel für einen Betablocker genannt.

 

Die Anwendung verschiedener Beta-2-Agonisten in Kombination wird nicht weiter von der WADA beobachtet. Beobachtet wird jedoch innerhalb und außerhalb des Wettkampfs die Anwendung von Salmeterol und Vilanterol unter der für die Analytik geltenden minimalen Berichtsgrenze, um eine medizinische Anwendung dieser Subtanzen besser von einem Missbrauchsrisiko abgrenzen zu können.

 

Die Verbotsliste 2021 schließt mit einem Index, der alle verbotenen Substanzen und verbotenen Methoden alphabetisch auflistet.

 

Wichtige Dokumente

Wichtigsten Änderungen WADA-Verbotsliste 2021

0,2 MB

Beispielliste zulässiger Medikamente 2021

1,0 MB

Fact-Sheet "Krankheit und Sport"

0,3 MB

Medizinisches Infoblatt 2021

0,3 MB