
Die Nationale Anti Doping Agentur Deutschland (NADA) blickte bei ihrer Jahres-Pressekonferenz am 9. Juni im Tagungszentrum der Bundespressekonferenz in Berlin auf ihre Arbeit im Jahr 2025 zurück und gab einen Überblick über aktuelle Anti-Doping-Themen.
Besonderer Fokus lag auf der Erstellung und Einführung des Welt Anti-Doping Code 2027 und die weltweite Harmonisierung des Regelwerks.
„Der Welt Anti-Doping Code stellt die Grundlage zur Harmonisierung der internationalen Anti-Doping-Arbeit dar. Die Welt Anti Doping Agentur hat den Welt Anti-Doping Code 2027 nach dreijähriger Konsultationsphase im Dezember 2025 verabschiedet. Das neue Regelwerk tritt mit allen überarbeiteten Standards und Guidelines am 1. Januar 2027 in Kraft“, erklärte Dr. Lars Mortsiefer, Vorstandsvorsitzender und Chefjustiziar der NADA.
„Inhaltlich liegt ein besonderes Augenmerk auf der Einhaltung der Menschenrechte – insbesondere von Minderjährigen und anderen schutzbedürftigen Personen. Zudem wird die Verantwortung der Anti-Doping-Organisationen erweitert. Die ausschließliche Zuständigkeit für Dopingkontrollmaßnahmen sowie das Ergebnismanagement- und Disziplinarverfahren auf nationaler Ebene liegt bei den Nationalen Anti-Doping-Organisationen“, beschreibt Mortsiefer, die grundlegenden inhaltlichen Änderungen.
Der Bereich Intelligence and Investigations wird zudem gestärkt und erhält erstmals einen eigenen internationalen Standard: „Die NADA hat sich federführend an der Erstellung beteiligt und setzt sich für die Zukunft der Anti-Doping-Ermittlungen ein. Bereits jetzt werden durch diese Arbeit Erfolge erzielt, die in Zusammenarbeit mit anderen Anti-Doping-Bereichen zukunftsweisend sind“, sagte Mortsiefer.
Zum Umsetzungsprozess erläuterte Mortsiefer:
„Die NADA wird den revidierten Code gemeinsam mit den Sportfachverbänden im Jahr 2026 umsetzen und sich gleichzeitig mit ihren internationalen Partnern austauschen. Die Zusammenarbeit ist für die Harmonisierung der Anti-Doping-Maßnahmen und die erfolgreiche Arbeit für einen sauberen Sport essenziell.“
Dr. Eva Bunthoff, Vorstandsmitglied und Leiterin des Ressorts Doping-Kontroll-System der NADA, thematisierte auf der Pressekonferenz das Zwei-Säulen-Modell der Dopingprävention und des Doping-Kontroll-Systems. Die Weiterentwicklung steht stets besonders im Fokus der Arbeit der NADA: „Vermehrte Schulungen in den Eliteschulen des Sports, ein neuer E-Learning-Kurs für Trainerinnen und Trainer, eine neue Broschüre für das Verbundsystem Schule-Leistungssport und eine Steigerung der Anzahl an Institutionen im GEMEINSAM GEGEN DOPING Netzwerk: Für die NADA ist es ein wichtiges Anliegen, dass Athletinnen und Athleten an adäquaten Präventionsmaßnahmen teilnehmen können.“
Das Doping-Kontroll-System wurde 2025 ebenfalls fortentwickelt.
„Die Weiterentwicklung der Expertinnen und Experten der NADA in gezielten Forschungs- und Arbeitsgruppen, die Gestaltung großer Dried Blood Spot-Aktionen, die Nutzung neuer Analysemethoden und die neue Gestaltung des vor-olympischen und -paralympischen Testprogramms für die Winterspiele in Milano Cortina 2026 waren wichtige Schwerpunkte im Doping-Kontroll-System 2025. Außerdem setzte die NADA erstmals eigenes Kontrollpersonal bei den durch die NADA übernommenen Dopingkontrollen während der FISU World University Games ein“, sagte Bunthoff.
Bunthoff ergänzte zudem: „Es bedarf der ständigen Anpassung von Konzepten, der weitergehenden Vernetzung und der besseren Nutzung der vorliegenden Daten für einen sauberen Sport. Gleichzeitig arbeitet die NADA an Projekten zur Nutzung künstlicher Intelligenz und am vermehrten Einsatz digitaler Tools für einen fairen Sport.“
Mortsiefer wies darauf hin, dass die Arbeit der NADA auch in Zukunft finanziell abgesichert werden muss, um sauberen Sport für Sportlerinnen und Sportler zu gewährleisten.
„Die NADA wird sich trotz der aktuell herausfordernden Haushalts- und Finanzierungslage weiterhin gemeinsam mit ihren Stakeholdern aus Sport, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft für angemessene und ausreichende Rahmenbedingungen einsetzen, um ihren Stiftungsauftrag für einen dopingfreien Sport zu erfüllen“, resümierte Mortsiefer.