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Re-Analyseprojekte: Erstmalige Analyse auf IASP und Fokus auf AICAR

30.12.2025

In einem gemeinsamen Projekt haben die Nationale Anti Doping Agentur Deutschland (NADA) und das Institut für Biochemie der Deutschen Sporthochschule Köln weltweit erstmalig eine umfassende Analyse auf sogenannte Inhibitoren der Activin-Rezeptor-Signalwege (IASPs) durchgeführt. Zudem hat die NADA auf Basis von Hinweisen aus Medienberichten gemeinsam mit dem Institut für Dopinganalytik und Sportbiochemie (IDAS) in Kreischa 350 Proben auf AICAR re-analysiert.

Dank der Forschungsaktivitäten des Instituts für Biochemie an der Deutschen Sporthochschule Köln sowie des Instituts für Dopinganalytik und Sportbiochemie in Kreischa konnte die NADA in diesem Jahr ergänzend zum AICAR- und IASP-Projekt wieder ein umfangreiches Re-Analyseprogramm durchführen. Im Fokus standen die Proben aus dem Jahr 2016.

Die umfassende Re-Analytik ergab, dass in allen untersuchten Proben aus der Langzeitlagerung keine Dopingsubstanzen nachgewiesen werden konnten.

Re-Analyse auf AICAR

Im Sommer 2025 berichteten mehrere Medien über den möglichen Missbrauch des Medikaments AICAR durch Athletinnen und Athleten als Dopingmittel im Ausdauersport. Vor dem Hintergrund ging die NADA dem Verdacht gezielt nach und untersuchte in einem gemeinsamen Projekt mit dem Labor in Kreischa 350 ausgewählte Proben aus der Langzeitlagerung aus dem Ausdauersport auf AICAR. Auch in Köln wurden ausgewählte Proben mit der neuen SAICAR/AICAR-Methode untersucht.

Alle untersuchten Proben waren negativ. Es ergaben sich keine Hinweise auf einen Missbrauch von AICAR als leistungssteigernde Substanz bei den von der NADA eingefrorenen Proben.

Neues Screening auf IASPs

Ein Highlight des Re-Analyseprogramms 2025 war ein Screening auf Inhibitoren der Activin-Rezeptor-Signalwege (IASPs) bei 128 ausgewählten Proben aus dem Ausdauersport. Das Screening wurde erstmalig bei langzeitgelagerten Proben angewendet. Dieses Screening erfasst neue leistungssteigernde Substanzen der Verbotsgruppen S2.1 (ausdauersteigernde Substanzen) und S4.3 (kraft- und muskelmassesteigernde Substanzen). Insgesamt wurden 14 verbotene Substanzen im Serum untersucht. Dazu gehören beispielsweise Luspatercept, Sotatercept und Ramatercept.

Das Verfahren wird seit September 2025 im Kölner Labor angeboten und stellt weltweit die erste umfassende Analyse von IASPs in Dopingproben dar.

Re-Analysen der 2016 Proben im Kölner Labor

In Köln wurden 99 langzeitgelagerte Urinproben der NADA aus dem Jahr 2016 mit modernsten Analyseverfahren untersucht. Dabei wurden 72 Urinproben auf Hypoxie-induzierbare Faktoren (HIF), selektive Androgen-Rezeptor-Modulatoren (SARMs) sowie verschiedene anabole Steroide analysiert.

Zusätzlich wurden im Rahmen des Standardverfahrens weitere 250 Substanzen mit gängiger Empfindlichkeit untersucht. Die Probenaufbereitung erfolgte mithilfe einer robotergestützten Extraktionsmethodik. Darüber hinaus wurden die 72 Urinproben mit einer hochsensiblen Methode auf Peptidhormone (GHRPs, GHSs) getestet. Außerdem wurden 27 Serumproben auf Erythropoetin (EPO) analysiert 

Re-Analysen der 2016 Proben durch das IDAS

Das Institut für Dopinganalytik und Sportbiochemie in Kreischa re-analysierte 58 langzeitgelagerte Urinproben sowie 18 Serumproben der NADA ebenfalls aus dem Jahr 2016. Die Urinproben wurden auf neue Metaboliten, HIF-Stabilisatoren, SARMs sowie Peptide einschließlich Erythropoetin (EPO) untersucht. Die Serumproben wurden ebenfalls auf EPO analysiert.

Gesamtergebnis

Alle im Rahmen der Re-Analyseprogramme analysierten Proben waren negativ.