
Die ersten 50 Dried Blood Spot-Proben sind im Rahmen des aktuellen Forschungsprojektes genommen worden. Das Projekt, an dem auch Olympia-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer der Winterspiele in Peking beteiligt sind, war im Herbst 2021 von der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) in Zusammenarbeit mit dem Institut für Biochemie der Deutschen Sporthochschule Köln und Sportradar zur Weiterentwicklung des Dopingkontrollsystems initiiert worden.
Nach einer umfangreichen Datenschutzprüfung und der Bewilligung durch die Ethikkommission der Deutschen Sporthochschule Köln konnte das neue Projekt im Dezember 2021 starten. Zur Vermeidung eines unmittelbaren Kontaktes zwischen Athletinnen und Athleten und Kontrollpersonal in Zeiten der COVID-19-Pandemie wird mit diesem Forschungsprojekt der im Jahr 2020 bereits eingesetzte Online Testing-Ansatz weiterentwickelt. Erstmalig wird jetzt eine Remote Testing-Lösung erprobt. Eine neu entwickelte App wurde seit Beginn des Projektes bereits so optimiert, dass der administrative Teil des Kontrollprozesses hiermit komplett abgebildet werden kann. Weiterhin kommen neue Test-Kits zum Einsatz, bei denen neben der Handhabbarkeit auch verschiedene Versiegelungsmöglichkeiten in der Praxis getestet werden.
Gleichzeitig bilden die gesammelten Dried Blood Spot-Proben im Rahmen des Projekts eine valide Grundlage, um saubere Athletinnen und Athleten besser vor unberechtigten Dopingvorwürfen, z. B. aufgrund von Kontaminationen durch verunreinigte Nahrungsmittel oder Manipulationshandlungen, zu schützen. Dabei wird die Erfahrung aus dem Bereich langzeitgelagerter Proben und der Dried Blood Spot-Analytik genutzt, um entsprechende Nachweisverfahren zu entwickeln. Durch die unkomplizierte Handhabung der schnell durchzuführenden Dried Blood Spot-Tests im Remote-Verfahren ist ein vermehrter Einsatz möglich. Hierdurch wird das Kontrollsystem flexibler gestaltet und der Abschreckungseffekt weiter erhöht.
Neben dem Forschungsprojekt setzt die NADA die Dried Blood Spot-Technik routinemäßig als Ergänzung zu klassischen Blut- und Urinkontrollen seit September 2021 bei ihren Dopingkontrollen ein.