
Die französische Anti-Doping-Organisation (AFLD), die Internationale Test Agentur (ITA), die Nationale Anti-Doping Agentur aus Österreich (NADA Austria) und die Nationale Anti Doping Agentur Deutschland (NADA Deutschland) luden Journalistinnen und Journalisten am 28. Juli 2024 zu einer gemeinsamen Pressekonferenz im Deutschen Haus mit Unterstützung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) ein.
Um eine weltweite Harmonisierung der Anti-Doping-Arbeit voranzutreiben, kommt der internationalen Zusammenarbeit besondere Bedeutung zu. Daher arbeiten die Anti-Doping-Organisationen eng zusammen. Jérémy Roubin (AFLD), Benjamin Cohen (ITA), Michael Cepic (NADA Austria) und Eva Bunthoff (NADA Deutschland) stellten die Anti-Doping-Arbeit vor und während der Olympischen Spiele vor.
Vor-Olympisches Anti-Doping-Programm
Auch bei der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in Paris stand die Präventionsarbeit im Fokus der Anti-Doping-Organisationen. Athletinnen und Athleten sind sowohl bei Workshops und Infoständen, als auch über spezielle e-Learning-Programme geschult und informiert worden.
Ein zielgerichtetes Dopingkontrollprogramm ergänzte die präventiven Anti-Doping-Maßnahmen. Die sogenannte Pre-Games Expert Group bestehend aus internationalen Anti-Doping-Expertinnen und Experten der NADA Deutschland, USADA, CHINADA, World Athletics hatte unter der Leitung der ITA Empfehlungen für die Umsetzung des Anti-Doping-Programmes für die Olympischen Spiele in Paris ausgearbeitet. Zur Erarbeitung der Empfehlungen wurden u.a. Anpassungen früherer Risikobewertungen vor den Olympischen Spielen identifiziert, Informationen wie die Dopinghistorie der teilnehmenden Länder, die Dopinghistorie der olympischen Sportarten/Disziplinen sowie weitere Informationen aus den verschiedenen Ländern gesammelt und potenzielle Testlücken identifiziert. AFLD, NADA Austria und NADA Deutschland haben im Vorfeld der Olympischen Spiel in Paris ein umfangreiche Testprogramm organisiert. Sowohl im unmittelbaren Vorfeld als auch in der langfristigen Vorbereitung sind unangekündigte und unberechenbare Kontrollen ein wichtiger Bestandteil zielgerichteter Anti-Doping-Arbeit.
AFLD, NADA Austria und NADA Deutschland haben ihre nationalen Athletinnen und Athleten vor den Olympischen Spielen getestet, zusätzlich hat die ITA im Vorfeld von Paris Dopingkontrollen bei Athletinnen und Athleten verschiedener internationaler Verbände durchgeführt. Bei all diesen Proben wurden die notwendige Zusatzanalysen durchgeführt, Analysedaten des Biologischen Athletenpasses (ABP: Athlete Biological Passport) ausgewertet und Proben in die Langzeitlagerung überführt.
Die Ergebnisse des weltweiten vor-olympischen Testprogrammes hat die ITA unter folgendem Link zusammengestellt: ita.sport/news/the-ita-concludes-paris-2024-pre-games-anti-doping-program-reports-that-close-to-90-of-athletes-were-tested-at-least-once-ahead-of-olympics/
Olympisches Anti-Doping-Programm
Mit der Eröffnung des Olympischen Dorfes am 18. Juli 2024 übernahm die ITA im Auftrag des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und in Zusammenarbeit mit der AFLD das Anti-Doping-Programm in Paris. Erstmalig gibt es in Paris ein Doping Control Coordination Center (DCCC), das mit internationalen Anti-Doping-Expertinnen und Experten verschiedener Nationaler Anti-Doping Organisationen (NADOs) besetzt ist. Auch die NADA Deutschland ist Teil des DCCC-Teams. Aufgabe des DCCC ist die Umsetzung des Dopingkontrollplans der ITA sowie das Management von Dopingkontrollpersonal vor Ort.
Übersicht Kontrollzahlen NADA Deutschland
Die 429 Olympia-Teilnehmenden wurden 1.176 mal kontrolliert. Es wurden 1.779 Proben (1.173 Urin-, 584 Blut- und 22 Dried Blood Spot-Proben) durchgeführt. Auch die 44 Ersatzathletinnen und -athleten wurden 103 mal kontrolliert.