
Leistungsdruck, hohe Erwartungen und der Wunsch, im entscheidenden Moment über sich hinauszuwachsen – all das gehört zum Sport dazu. Doch manche Athletinnen und Athleten greifen in der Hoffnung auf bessere Leistung und einer schnelleren Regeneration zu Dopingmitteln. Was dabei oft ausgeblendet wird: Doping gefährdet nicht nur Fairness und Integrität im Sport, sondern vor allem die eigene Gesundheit. Viele Wirkstoffe und Substanzen haben schwere, teils irreversible Folgen für Körper und Psyche.
Welche das sind, darüber klären wir in diesem Blogbeitrag auf:
1. Anabolika
Anabolika werden überwiegend in Trainingsphasen missbräuchlich eingesetzt. Sie haben jedoch schwerwiegende gesundheitliche Folgen und greifen nahezu alle Körperbereiche an.
Unfruchtbarkeit und Sexualstörungen: Hormonpräparate können die natürliche Hormonproduktion dauerhaft beeinträchtigen und sowohl bei Frauen als auch bei Männern die Fruchtbarkeit negativ beeinflussen. Bei Frauen kann es zu einer Vermännlichung des Körpers und zu Zyklusstörungen kommen. Bei Männern treten häufig eine Verkleinerung der Hoden, eine Abnahme der Spermienzahl und Erektionsprobleme auf. Auch nach einer Beendigung einer Testosteronanwendung können diese bestehen bleiben. Zudem steigt das Risiko für Hoden- und Prostatakrebs.
Schädigung von Herz und Blutgefäßen: Eine gefährliche Folge der Anwendung von Anabolika kann die Arterienverkalkung sein. Anabolika verschlechtern die Blutfettwerte und fördern die Einlagerung von Fett in die Gefäßwände. Dadurch können sich Arterien verengen oder verschließen. Das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle steigt. Außerdem kann es zu Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck und einer Vergrößerung des Herzmuskels kommen.
Leber- und Nierenschäden: Die Einnahme kann die Leber schädigen und zur Entstehung von Lebertumoren beitragen. Auch die Nieren können dauerhaft geschädigt werden.
Beeinflussung von Haut und Haaren: durch eine erhöhte Talgproduktion entsteht bei vielen Anwenderinnen und Anwendern die sog. Steroid-Akne, die meist den Brust- und Rückenbereich betrifft. Zudem werden hierdurch Haarwurzeln beeinträchtigt, was zu Haarausfall führt.
Psychische Auswirkungen: Anabolika bewirken in hohen Dosen nicht nur körperliche Veränderungen. Durch den Eingriff in den Hormonhaushalt haben sie auch Auswirkungen auf die Psyche und können abhängig machen. Stimmungsschwankungen, Gereiztheit und erhöhte Aggressivität sind möglich. Auch Gedächtnisleistung und Konzentrationsfähigkeit können beeinträchtigt werden. Nach dem Absetzen der Präparate können Depressionen auftreten.
2. EPO
Erythropoetin (EPO) ist ein Hormon, das die Bildung roter Blutkörperchen anregt und dadurch die Sauerstofftransportkapazität des Blutes erhöht. Die missbräuchliche Anwendung ist gefährlich und kann schwere gesundheitliche Folgen haben.
Schädigung des Blutkreislaufs: Durch die künstliche Erhöhung der roten Blutkörperchen wird das Blut „dicker“. Dies führt zu einem erhöhten Blutdruck, zur Entstehung von Thrombosen und zu gefährlichen Gefäßverschlüssen. Es sind mehrere Fälle bekannt, bei denen Sportlerinnen und Sportler nach dem Missbrauch von EPO an Herzinfarkten oder Schlaganfällen plötzlich verstorben sind.
3. Stimulanzien
Stimulanzien wie Amphetamine, Kokain oder Methylhexanamin (DMAA) sollen die Aufmerksamkeit und Ausdauer steigern. Zudem steigern Sie den Energieverbrauch des Körpers und unterdrücken das Hungergefühl, weshalb Sie zur Gewichtsabnahme missbraucht werden. Doch sie treiben Körper und Kreislauf weit über gesunde Grenzen hinaus.
Psychische Auswirkungen: Stimulanzien können zu innerer Unruhe, Übererregtheit und Aggressivität führen. Zudem können sie Schlafstörungen, Halluzinationen, Angstzustände, Wahnvorstellungen und Depressionen verursachen. Außerdem besteht die Gefahr einer psychischen Abhängigkeit.
Atmungsstörungen: Besonders im Zusammenhang mit sportlicher Aktivität können Atemprobleme oder Atemlähmungen auftreten.
Kardiale Auswirkungen: Die Einnahme führt zu einem Anstieg des Blutdrucks, wodurch das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle steigt. Zudem können einige Stimulanzien zu einer lebensbedrohlichen Erhöhung der Herzfrequenz (Herzrasen) führen.
Achtung: Stimulanzien werden regelmäßig Supplements zugesetzt oder sind in „natürlichen“ Abnehmprodukten enthalten, ohne dass dies auf der Verpackung erkennbar ist!
4. Wachstumshormone
Wachstumshormone beschleunigen die Zellteilung und können eine Zunahme der Muskelmasse bewirken. Daher werden sie als Dopingmittel eingesetzt.
Akromegalie: Dieses Krankheitsbild ist durch eine ausgeprägte Vergrößerung nicht knöcherner Körperstrukturen gekennzeichnet. Besonders Organe sind betroffen, wodurch es beispielsweise am Herzen zu krankhaftem Muskelwachstum kommen kann. Auch Hände und Füße können sich vergrößern.
Insulinresistenz: Wachstumshormone können eine Insulinresistenz verursachen, was zu Diabetes Typ 2 führen kann.
5. Beta-2-Agonisten
Beta-2-Agonisten sind vor allem in Asthmamedikamenten enthalten und verbessern die Atmung. Missbräuchlich angewendet können sie jedoch auch erhebliche Beschwerden verursachen.
Probleme mit dem Herzen: Sie können die Herzfrequenz erhöhen, den Herzmuskel schwächen, Herzrhythmusstörungen verursachen und Durchblutungsstörungen (Angina pectoris) auslösen. Zudem können Herzinfarkte, Herzversagen und plötzlicher Herztod auftreten.
Knochenbrüche: Durch die Einnahme kann die Knochenmasse abnehmen, wodurch die Anfälligkeit für Knochenbrüche steigt.
Außerdem können Muskelkrämpfe, Kopfschmerzen, Schwindel und Nervosität auftreten.
6. Narkotika
Narkotika wie Morphin, Fentanyl oder Heroin wirken schmerzstillend und euphorisierend. Ihre Einnahme ist mit einer hohen Suchtgefahr verbunden und kann schwere körperliche sowie psychische Abhängigkeit verursachen. Sie führen schnell zu einer Gewöhnung, sodass immer höhere Dosen erforderlich sind, um die gleiche Wirkung zu erzielen.
Mögliche Nebenwirkungen sind vermindertes Denkvermögen, Benommenheit, Psychosen und Depressionen. Außerdem können sie eine Atemlähmung hervorrufen, was zu Sauerstoffmangel und einem Kreislaufschock führt, der häufig tödlich endet.
7. Diuretika
Diuretika werden missbräuchlich eingesetzt, um schnell Gewicht zu verlieren oder andere Substanzen zu verschleiern. Sie entziehen dem Körper Wasser und wichtige Mineralstoffe.
Entzug von Mineralstoffen: Durch die entwässernde Wirkung wird neben Wasser auch eine große Menge an Mineralstoffen ausgeschieden. Dadurch gerät der Elektrolythaushalt aus dem Gleichgewicht. Dies kann zu Blutdruckabfall, Kreislaufschock, Krämpfen und Verdauungsproblemen führen.
8. Insulin
Insulin ist ein körpereigenes Hormon, das den Blutzuckerspiegel senkt. Es erhöht z. B. die Aufnahme von Glukose in Muskelzellen und sorgt für eine schnellere Füllung der Glykogenspeicher. Es wird vor allem in Kombination mit anderen Dopingsubstanzen missbraucht, da es deren Wirkung verstärkt.
Eine Überdosis kann zu einer Unterzuckerung führen. Diese äußert sich durch Bewusstseinstrübung, Krampfanfälle und Koma und kann tödlich enden.
Psychische Folgen von Doping
Doping beeinflusst nicht nur den Körper, sondern auch langfristig die Psyche. Der Missbrauch kann erhebliche seelische Schäden verursachen:
- Abhängigkeit von leistungssteigernden Mitteln
- Schuldgefühle und Angst vor Entdeckung
- Depressionen und Selbstwertprobleme
- soziale Isolation
Die psychische Belastung wird häufig unterschätzt und kann mindestens genauso schädlich sein, wie der körperliche Schaden.
Doping schadet immer
Dopingmittel versprechen eine kurzfristige Leistungssteigerung und schnelle Regeneration, doch der Preis ist hoch: schwere körperliche Schäden, psychische Belastungen und der Verlust der sportlichen Glaubwürdigkeit. Hinzu kommen soziale, rechtliche, finanzielle und sportliche Folgen.
Fairness sollte immer an oberster Stelle stehen, gegenüber anderen Sportlerinnen und Sportlern, aber auch gegenüber dem eigenen Körper und dem eigenen Leben.