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Aktuelle medizinische Hinweise

Sie leiden aktuell an Heuschnupfen und Asthma bronchiale? Sie wollen Blutplasma spenden? Nehmen Sie Nahrungsergänzungsmittel? Vielleicht planen Sie eine Reise nach China oder Mexiko?

Aufgepasst, denn in diesen Ländern kann Fleisch mit Clenbuterol verunreinigt sein. Ähnliches gilt für Nahrungsergänzungsmittel, die gefälscht oder verunreinigt sein können. Bei der Blutplasmaspende gilt es zu beachten, dass die Entnahme von Blut zwar erlaubt, die (Wieder-)Zufuhr von Blutbestandteilen jedoch verboten ist. Daher müssen Athletinnen und Athleten bei einer Blutplasmaspende einiges beachten. Zur Behandlung von Allergien und Heuschnupfen stehen sowohl erlaubte, als auch verbotene Medikamente zur Verfügung, und in der Pollensaison erhält die NADA vermehrt Anfragen hierzu.

Folgend geben wir Ihnen wichtige Hinweise im Umgang mit diesen Punkten. Außerdem informieren wir Sie auf dieser Seite über alle Änderungen der Verbotsliste für das aktuelle Jahr.

Die Verbotsliste wird jedes Jahr überarbeitet. Eine aktuelle informatorische Übersetzung finden Sie hier. Eine Übersicht über die wichtigsten Änderungen für das Jahr 2018 finden Sie auf der rechten Seite.

Allgemeine Hinweise

Die NADA warnt aus den nachfolgenden Gründen vor der Einnahme bzw. Anwendung CBD-haltiger Produkte.

Cannabidiol, kurz CBD, wird aus Cannabispflanzen-Extrakt gewonnen und ist als Nahrungsergänzungsmittel, beispielsweise in Form von Ölen, oder auch als Cremes sowie in den USA als verschreibungspflichtiges Arzneimittel gegen besondere Formen der Epilepsie erhältlich.

Für Athleten, die einem Dopingkontrollsystem unterliegen, können CBD-Produkte eine Dopingfalle darstellen. Denn Cannabispflanzen enthalten das im Wettkampf verbotene Tetrahydrocannabinol, kurz THC. CBD-Produkte können undefinierbare Mengen an THC enthalten.

Auch wenn auf den Etiketten von CBD-Produkten häufig angegeben wird, dass der THC-Gehalt sehr niedrig ist, fällt er praktisch oftmals viel höher aus. Damit besteht die Gefahr einer positiven Dopingprobe auf THC. Zudem sind die Risiken und Nebenwirkungen der Anwendung von CBD noch nicht umfassend erforscht, gesundheitliche Auswirkungen auf den Körper sind noch nicht absehbar. Die rechtliche Einstufung von CBD-Produkten durch die zuständigen Landesbehörden in Deutschland ist derzeit nicht abgeschlossen und damit die Verkehrsfähigkeit nicht geklärt.

In China und Mexiko besteht nach einer Untersuchung des Manfred-Donike-Instituts und des Zentrums für Präventive Dopingforschung der Deutschen Sporthochschule Köln die erhöhte Gefahr des unbeabsichtigten Dopings durch Aufnahme von Fleisch, das den verbotenen ß2-Agonisten Clenbuterol enthält.

Deshalb rät die NADA bei Reisen nach Mexiko und China zu besonderer Wachsamkeit bei der Ernährung. Bei großen sportlichen Wettkampfveranstaltungen in diesen Ländern kann der jeweils zuständige internationale Sportfachverband möglicherweise Auskunft darüber geben, ob für die Veranstaltung zertifizierte Caterer empfohlen werden, die Clenbuterol-freies Fleisch verarbeiten. Weitestmöglich sollte auf den Verzehr von Fleischprodukten verzichtet werden. Vorschläge für konkrete Alternativen zur Deckung des Eiweißbedarfs durch andere, sichere Proteinquellen sollten - wie auch vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) empfohlen (Schreiben DOSB) - über die Ernährungsberater der Olympiastützpunkte angefordert werden.

Als Grund für die Kontaminationen in Nahrungsmitteln in China und Mexiko wird der miss­bräuch­liche Einsatz von Clenbuterol als Wachstumsbeschleuniger in der Viehzucht angesehen. In Europa und Nordamerika gelten die Fleischprodukte auf Grund der strengeren gesetzlichen Vorgaben als sicher.

Einige Athletinnen und Athleten spenden hin und wieder oder sogar regelmäßig Blut oder Blutplasma. Da aber Methoden wie die Rückführung von Blut oder Blutbestandteilen und zudem intravenöse Infusionen auf der Verbotsliste der WADA aufgeführt sind, sollten Athletinnen und Athleten ein paar Regeln beachten, um nicht gegen die Anti-Doping-Bestimmungen zu verstoßen. Hier die wichtigsten Regeln für Spenderinnen und Spender und Empfängerinnen und Empfänger und die Notwendigkeit von TUE oder Attest:

  • Abgabe einer Blutspende: keine TUE und kein Attest erforderlich, ggf. Angaben im Athleten-Blutpass machen
  • Abgabe einer Plasmaspende: TUE für Testpool-Athletinnen/Athleten, Attest und ggf. rückwirkende TUE für Nicht-Testpool-Athleten
  • Durchführung einer Dialyse: TUE für Testpool-Athletinnen/Athleten, Attest und ggf. rückwirkende TUE für Nicht-Testpool-Athleten
  • Empfang einer Bluttransfusion: TUE für Testpool-Athletinnen/Athleten, Attest und ggf. rückwirkende TUE für Nicht-Testpool-Athleten
  • Empfang einer Plasmaspende: keine TUE für Testpool-Athletinnen/Athleten, kein Attest mit ggf. rückwirkender TUE für Nicht-Testpool-Athletinnen/Athleten, wenn die Verabreichung als intravenöse Infusion im Krankenhaus erfolgt. TUE für Testpool-Athletinnen/Athleten, Attest und ggf. rückwirkende TUE für Nicht-Testpool-Athletinnen/Athleten, wenn die Verabreichung als intravenöse Infusion nicht im Krankenhaus erfolgt.
  • Empfang einer intravenösen Infusion von mehr als 100 ml innerhalb von 12 Stunden mit erlaubten Substanzen, wenn die Verabreichung im Rahmen von Krankenhausbehandlungen, chirurgischen Eingriffen oder klinischen diagnostischen Untersuchungen erfolgt: keine TUE für Testpool-Athletinnen/Athleten, kein Attest mit ggf. rückwirkender TUE für Nicht-Testpool-Athletinnen/Athleten.
  • Empfang einer intravenösen Infusion von mehr als 100 ml innerhalb von 12 Stunden mit erlaubten Substanzen außerhalb einer Krankenhauseinweisung, eines chirurgischen Eingriffes oder einer klinischen Untersuchung: TUE für Testpool-Athletinnen/Athleten, Attest und ggf. rückwirkende TUE für Nicht-Testpool-Athletinnen/Athleten
  • Empfang einer verbotenen Substanz als intravenöse Infusion: TUE für Testpool-Athletinnen/Athleten, Attest und ggf. rückwirkende TUE für Nicht-Testpool-Athletinnen/Athleten

Antihistaminika sind erlaubt. Asthmasprays, Augentropfen, Nasensprays und Hautcremes mit Wirkstoffen aus der Gruppe der Glucocorticoide (Kortison) sind ebenfalls erlaubt. Zudem dürfen drei bronchienerweiternde Wirkstoffe (sogenannte Beta-2-Agonisten), jeweils mit Tageshöchstdosen, inhalativ eingesetzt werden:

  • Salbutamol bis zu 800 µg über 12 Stunden und maximal 1600 µg über 24 Stunden
  • Salmeterol bis zu 200 µg über 24 Stunden
  • Formoterol bis zu 54 µg über 24 Stunden

Auch erlaubte Medikamente müssen bei Dopingkontrollen angegeben werden.

Ein Antrag auf Medizinische Ausnahmegenehmigung bzw. ein Attest ist für erlaubte Medikamente nicht erforderlich. Bei der NADA eingereichte Anträge, Atteste und medizinische Unterlagen zu erlaubten Medikamenten werden umgehend an den Absender zurückgesandt. Weitere Informationen finden Sie unter www.nadamed.de.

Die wichtigsten Änderungen der Verbotsliste 2020

Die seit jeher bestehende Einteilung der anabol-androgenen Steroide in zwei Gruppen, a. exogene (vom Körper nicht selbst produzierte) AAS und b. endogene (vom Körper selbst produzierte) AAS, ist aufgehoben worden. Sämtliche anabol-androgenen Steroide sind nun in einer gemeinsamen Klasse genannt, um zu verdeutlichen, dass alle anabol-androgenen Steroide jederzeit verboten sind, wenn sie dem Körper von außen zugeführt werden. Als zwei zusätzliche, neue Beispiele sind 1-Epiandrosteron und Methylclostebol in diese Klasse aufgenommen worden. Ligandrol, eine alternative Bezeichnung für LGD-4033, ist neu aufgenommen worden.

Das Edelgas Argon ist von der Verbotsliste heruntergenommen worden, da die Kriterien für einen Verbleib auf der Verbotsliste nach aktuellem Stand der Wissenschaft nicht zutreffen.

Das Wort TGF-beta-(TGF-β-)Hemmer ist durch die Bezeichnung TGF-beta-(TGF-β-)Signalhemmer ersetzt worden, weil dies den Wirkmechanismus der genannten Substanzen besser beschreibt.

Bazedoxifen und Ospemifen sind als weitere Beispiele für selektive Estrogen-Rezeptor-Modulatoren (SERMs) hinzugefügt worden.

Es ist verdeutlicht worden, dass sich das Verbot von Proteasen nur auf die Verfälschung von Proben bezieht. Die lokale und systemische therapeutische Anwendung von Proteasen ist nicht verboten. Proteasen sind Enzyme, die Proteine und Peptide spalten können.

Die Klassen M3.1 und M3.2 sind in eine gemeinsame Klasse M3.1 überführt worden. In dieser ist verdeutlicht, dass jegliche Mechanismen, mit denen unter Verwendung von Nukleinsäuren und Nukleinsäure-Analoga Genomsequenzen und/oder die Genexpression verändert werden können, zur möglichen Steigerung der sportlichen Leistung verboten sind. Als Beispiele für derartige Mechanismen sind Geneditierung, Genstilllegung und Gentransfer genannt.

Klasse M3.3 ist in M3.2 umbenannt worden.

Octodrin (1,5-Dimethylhexylamin) ist als spezifisches Stimulanz neu aufgenommen worden. Die Substanz wurde in einigen Nahrungsergänzungsmitteln detektiert.

Es ist verdeutlicht worden, dass alle optischen Isomere der genannten Narkotika im Wettkampf verboten sind.

Der Wortlaut dieser Klasse wurde verändert, um hervorzuheben, dass alle natürlichen und synthetischen Cannabinoide im Wettkampf verboten sind.

Einzige Ausnahme stellt die Substanz Cannabidiol dar. Cannabidiol ist zwar nicht verboten, Cannabidiol-Produkte können jedoch unbestimmte Mengen des im Wettkampf verbotenen THC (Delta-9-Tetrahydrocannabinol) enthalten, was zu einer positiven Dopingprobe führen kann. 

Wichtige Dokumente

Wichtigsten Änderungen WADA-Verbotsliste 2020

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Fact-Sheet "Krankheit und Sport"

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Beispielliste zulässiger Medikamente 2020

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Medizinisches Infoblatt 2020

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