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Aktuelle medizinische Hinweise

Sie leiden aktuell an Heuschnupfen und Asthma bronchiale? Sie wollen Blutplasma spenden? Nehmen Sie Nahrungsergänzungsmittel? Vielleicht planen Sie eine Reise nach China oder Mexiko?

Aufgepasst, denn in diesen Ländern kann Fleisch mit Clenbuterol verunreinigt sein. Ähnliches gilt für Nahrungsergänzungsmittel, die gefälscht oder verunreinigt sein können. Bei der Blutplasmaspende gilt es zu beachten, dass die Entnahme von Blut zwar erlaubt, die (Wieder-)Zufuhr von Blutbestandteilen jedoch verboten ist. Daher müssen Athletinnen und Athleten bei einer Blutplasmaspende einiges beachten. Zur Behandlung von Allergien und Heuschnupfen stehen sowohl erlaubte, als auch verbotene Medikamente zur Verfügung, und in der Pollensaison erhält die NADA vermehrt Anfragen hierzu.

Folgend geben wir Ihnen wichtige Hinweise im Umgang mit diesen Punkten. Außerdem informieren wir Sie auf dieser Seite über alle Änderungen der Verbotsliste für das aktuelle Jahr.

Die Verbotsliste wird jedes Jahr überarbeitet. Eine aktuelle informatorische Übersetzung finden Sie hier. Eine Übersicht über die wichtigsten Änderungen für das Jahr 2018 finden Sie auf der rechten Seite.

Allgemeine Hinweise

In China und Mexiko besteht nach einer Untersuchung des Manfred-Donike-Instituts und des Zentrums für Präventive Dopingforschung der Deutschen Sporthochschule Köln die erhöhte Gefahr des unbeabsichtigten Dopings durch Aufnahme von Fleisch, das den verbotenen ß2-Agonisten Clenbuterol enthält.

Deshalb rät die NADA bei Reisen nach Mexiko und China zu besonderer Wachsamkeit bei der Ernährung. Bei großen sportlichen Wettkampfveranstaltungen in diesen Ländern kann der jeweils zuständige internationale Sportfachverband möglicherweise Auskunft darüber geben, ob für die Veranstaltung zertifizierte Caterer empfohlen werden, die Clenbuterol-freies Fleisch verarbeiten. Weitestmöglich sollte auf den Verzehr von Fleischprodukten verzichtet werden. Vorschläge für konkrete Alternativen zur Deckung des Eiweißbedarfs durch andere, sichere Proteinquellen sollten - wie auch vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) empfohlen (Schreiben DOSB) - über die Ernährungsberater der Olympiastützpunkte angefordert werden.

Als Grund für die Kontaminationen in Nahrungsmitteln in China und Mexiko wird der miss­bräuch­liche Einsatz von Clenbuterol als Wachstumsbeschleuniger in der Viehzucht angesehen. In Europa und Nordamerika gelten die Fleischprodukte auf Grund der strengeren gesetzlichen Vorgaben als sicher.

Einige Athletinnen und Athleten spenden hin und wieder oder sogar regelmäßig Blut oder Blutplasma. Da aber Methoden wie die Rückführung von Blut oder Blutbestandteilen und zudem intravenöse Infusionen auf der Verbotsliste der WADA aufgeführt sind, sollten Athletinnen und Athleten ein paar Regeln beachten, um nicht gegen die Anti-Doping-Bestimmungen zu verstoßen. Hier die wichtigsten Regeln für Spenderinnen und Spender und Empfängerinnen und Empfänger und die Notwendigkeit von TUE oder Attest:

  • Abgabe einer Blutspende: keine TUE und kein Attest erforderlich, ggf. Angaben im Athleten-Blutpass machen
  • Abgabe einer Plasmaspende: TUE für Testpool-Athletinnen/Athleten, Attest und ggf. rückwirkende TUE für Nicht-Testpool-Athleten
  • Durchführung einer Dialyse: TUE für Testpool-Athletinnen/Athleten, Attest und ggf. rückwirkende TUE für Nicht-Testpool-Athleten
  • Empfang einer Bluttransfusion: TUE für Testpool-Athletinnen/Athleten, Attest und ggf. rückwirkende TUE für Nicht-Testpool-Athleten
  • Empfang einer Plasmaspende: keine TUE für Testpool-Athletinnen/Athleten, kein Attest mit ggf. rückwirkender TUE für Nicht-Testpool-Athletinnen/Athleten, wenn die Verabreichung als intravenöse Infusion im Krankenhaus erfolgt. TUE für Testpool-Athletinnen/Athleten, Attest und ggf. rückwirkende TUE für Nicht-Testpool-Athletinnen/Athleten, wenn die Verabreichung als intravenöse Infusion nicht im Krankenhaus erfolgt.
  • Empfang einer intravenösen Infusion von mehr als 100 ml innerhalb von 12 Stunden mit erlaubten Substanzen, wenn die Verabreichung im Rahmen von Krankenhausbehandlungen, chirurgischen Eingriffen oder klinischen diagnostischen Untersuchungen erfolgt: keine TUE für Testpool-Athletinnen/Athleten, kein Attest mit ggf. rückwirkender TUE für Nicht-Testpool-Athletinnen/Athleten.
  • Empfang einer intravenösen Infusion von mehr als 100 ml innerhalb von 12 Stunden mit erlaubten Substanzen außerhalb einer Krankenhauseinweisung, eines chirurgischen Eingriffes oder einer klinischen Untersuchung: TUE für Testpool-Athletinnen/Athleten, Attest und ggf. rückwirkende TUE für Nicht-Testpool-Athletinnen/Athleten
  • Empfang einer verbotenen Substanz als intravenöse Infusion: TUE für Testpool-Athletinnen/Athleten, Attest und ggf. rückwirkende TUE für Nicht-Testpool-Athletinnen/Athleten

Antihistaminika sind erlaubt. Asthmasprays, Augentropfen, Nasensprays und Hautcremes mit Wirkstoffen aus der Gruppe der Glucocorticoide (Kortison) sind ebenfalls erlaubt. Zudem dürfen drei bronchienerweiternde Wirkstoffe (sogenannte Beta-2-Agonisten), jeweils mit Tageshöchstdosen, inhalativ eingesetzt werden:

  • Salbutamol bis zu 800 µg über 12 Stunden und maximal 1600 µg über 24 Stunden
  • Salmeterol bis zu 200 µg über 24 Stunden
  • Formoterol bis zu 54 µg über 24 Stunden

Auch erlaubte Medikamente müssen bei Dopingkontrollen angegeben werden.

Ein Antrag auf Medizinische Ausnahmegenehmigung bzw. ein Attest ist für erlaubte Medikamente nicht erforderlich. Bei der NADA eingereichte Anträge, Atteste und medizinische Unterlagen zu erlaubten Medikamenten werden umgehend an den Absender zurückgesandt. Weitere Informationen finden Sie unter www.nadamed.de.

Die wichtigsten Änderungen 2019

In Substanzklasse "S1. Anabole Substanzen" ist präzisiert, dass nicht nur die exogene Zufuhr (von außen) endogener (körpereigener) anabol-androgener Steroide verboten ist, sondern auch die exogene Zufuhr der Umwandlungsprodukte dieser anabol-androgenen Steroide, wie ihre Metaboliten und Isomere.

In die Substanzklasse "S2. Peptidhormone, Wachstumsfaktoren, verwandte Substanzen und Mimetika" sind weitere Beispiele für Hypoxie-induzierbarer-Faktor (HIF)-Aktivatoren aufgenommen. Diese sind namentlich Daprodustar (GSK1278863) und Vadastustar (AKB-6548). Macimorelin ist als Beispiel für Wachstumshormon-Sekretagoge (GHS) neu gelistet.

Tretoquinol (Trimetoqinol), das in einigen asiatischen Ländern als Wirkstoff in Erkältungspräparaten vorkommt, ist als ein weiteres Beispiel für verbotene Beta-2-Agonisten in der Substanzklasse "S3. Beta-2-Agonisten" hinzugefügt.

Der Titel der Substanzklasse S4.4 lautet ab 2019 "Substanzen, welche die Aktivierung des Activin-Rezeptors IIB verhindern" und nicht mehr "Substanzen, welche die Myostatinfunktion(en) verändern", so dass das Verbot nun explizit auf verschiedene Regulatoren des Activin-Rezeptors IIB ausgedehnt ist. Die meisten hierunter fallenden Substanzen befinden sich in klinischer Prüfung und sind aktuell nicht als Arzneimittel zugelassen.

In der neuen Verbotsliste ist zudem der Titel der Klasse M3 umbenannt zu "M3. Gen- und Zelldoping", um die bereits zuvor verbotene Anwendung normaler und genetisch veränderter Zellen zur Steigerung der sportlichen Leistung deutlicher herauszustellen. Die Anwendung von Stammzellen zur Behandlung von Verletzungen ist nicht verboten, solange die Anwendung die normale Funktion des betroffenen Gewebes wiederherstellt und nicht dessen Funktion verbessert.

Wichtige Dokumente

Wichtigsten Änderungen WADA-Verbotsliste 2019

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Medizinisches Infoblatt 2018

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Fact-Sheet "Krankheit und Sport"

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Beispielliste zulässiger Medikamente 2019

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