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NADA begrüßt Urteil im Fall Mark S.

Datum: 15.01.2021

„Das Urteil des Landgerichts München ist ein Meilenstein und hat Signalwirkung. Es zeigt mehr als eindeutig, dass Doping der falsche Weg ist“, sagte Dr. Andrea Gotzmann, Vorstandsvorsitzende der Nationalen Anti Doping Agentur Deutschland (NADA): „Erstmalig wird ein im Leistungssport tätiger Arzt und seine Unterstützer*innen nach dem Anti-Doping-Gesetz zu einer teilweise empfindlichen Freiheitsstrafe und einem Berufsverbot verurteilt. Systematisches Doping im Leistungssport ist alles andere als ein Kavaliersdelikt. Es ist wichtig zu sehen, dass das Anti-Doping-Gesetz greift.“

„Die NADA hat das gesamte Ermittlungsverfahren und den Prozess verfolgt und die Informationen zu den festgestellten Dopingpraktiken genutzt, um die Anti-Doping-Arbeit weiter zu schärfen“, führt Gotzmann fort: „Die Zusammenarbeit mit staatlichen Ermittlungsstellen hat sich bewährt und wird auch zukünftig weiter forciert. Zudem flossen viele Erkenntnisse aus dem Verfahren in das Dopingkontrollsystem, die Dopinganalytik und die Präventionsarbeit ein. Für die Zukunft ist es entscheidend, die Sensibilisierung von Ärzten*innen und medizinischen Betreuer*innen im Rahmen des Präventionsprogrammes „GEMEINSAM GEGEN DOPING“ zu intensivieren. In diesem Fall hat ein Arzt eine Schlüsselrolle gespielt und seine Vertrauensposition missbraucht.“

„Aufgrund der Ermittlungsergebnisse der staatlichen Strafverfolgungsbehörden konnten weltweit viele sportrechtliche Sanktionsverfahren eingeleitet und abgeschlossen werden. Die NADA wertet sämtliche ihr zur Verfügung stehenden Informationen, die sportrechtlich relevante Tatbestände in Deutschland betreffen, aus“, ergänzte Dr. Lars Mortsiefer, Vorstandsmitglied und Chefjustitiar der NADA: „Unsere sportrechtlichen Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. Ein Sanktionsverfahren gegen einen Sportler wurde eingeleitet und ist derzeit in der Rechtsmittelinstanz vor dem internationalen Sportschiedsgericht (CAS) anhängig. Es ist nicht ausgeschlossen, dass weitere Verfahren folgen.“

 

--English--

NADA Germany welcomes the judgement in the Mark S. case

"The judgment of the Regional Court Munich is a milestone and has a signaling effect. It shows more than clearly that doping is the wrong way to go," said Dr. Andrea Gotzmann, CEO of the National Anti Doping Agency of Germany (NADA Germany): "For the first time, a physician active in competitive sports and his supporters are sentenced to a severe prison sentence and an occupational ban. Systematic doping in competitive sport is anything but a trivial offense. It is important to see that the anti-doping law is effective."

"NADA Germany followed the entire investigation as well as the process and used the information to further sharpen its anti-doping work," continues Gotzmann: "The cooperation with state investigative bodies has proven itself and will continue in the future. In addition, many findings from the process were incorporated into the testing  system, doping analysis and prevention work. For the future, it is crucial to increase the awareness of physicians and medical supervisors within the framework of the prevention program "TOGETHER AGAINST DOPING". In this case, a physician played a key role and abused his position of trust."

"Based on the results of the investigation by the state law enforcement authorities, many sports law sanctioning proceedings have been initiated and concluded worldwide. NADA Germany evaluates all the information available that relates to facts relevant to sports law in Germany," added Dr. Lars Mortsiefer, Board Member and Chief Legal Officer of NADA Germany: "Our investigations under sports law are not yet completed. One sanctioning proceedings against an athlete has been initiated and is currently pending before the International Court of Arbitration for Sports (CAS). Further proceedings might be initiated."