Medizinische Ausnahmegenehmigung

Bei bestimmten Krankheitsbildern können Athleten für den Einsatz an sich verbotener Substanzen und Methoden nach dem WADA-Code eine Medizinische Ausnahmegenehmigung beantragen. Das Verfahren wird auf dieser Seite erläutert.

Folgendes Schaubild zeigt den Ablauf auf einen Blick. Zudem wird in gesonderten Bereichen auf Genehmigung verbotener Substanzen, Glukokortikoide und Asthmasprays eingegangen.

Das Verfahren ist im Internationalen Standard für Medizinische Ausnahmegenehmigungen (International Standard for Therapeutic Use Exemptions - ISTUE) geregelt.

Der Internationale Standard für TUE enthält Kriterien für die Beurteilung, die Weitergabe der Informationen, die Zusammensetzung der Ärztegruppe (TUE-Committee) und den Anerkennungsprozess.

Seit dem 1. Januar 2015 gilt der aktuelle Standard für Medizinische Ausnahmegenehmigungen.

Nach wie vor gilt die Attestregelung für Sportler, die auf nationaler Ebene starten und keinem Testpool angehören. Eine uneingeschränkte TUE-Pflicht besteht allerdings weiterhin für Angehörige der Testpools (RTP, NTP und ATP) sowie Ligaspieler. Eine Übersicht finden Sie auf unserer Checkliste.

Für alle anderen Athletinnen und Athleten gilt ab dem 1.3.2013 bei allen Substanzen - sowohl den spezifischen als auch den nicht-spezifischen - die Attest-Pflicht. Wer Medikamente mit verbotenen Substanzen einnimmt, muss sich die medizinische Indikation durch ein Attest ärztlich bestätigen lassen und bei einer Dopingkontrolle eine Kopie des Attest abgeben. Im Falle einer positiven Probe auf eine nicht-spezifische Substanz muss zudem umgehend rückwirkend eine Medizinische Ausnahmegenehmigung beantragt werden. Die NADA behält sich zudem jederzeit eine weitergehende Überprüfung der Atteste vor.

Um den Athleten den Umgang mit ihren Medikamenten zu erleichtern und die Gefahr zu verringern, dass der Athlet bei einer Dopingkontrolle keine genauen Angaben über seine in der letzten Zeit angewendeten Medikamente machen kann, kann ihm der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin die Verabreichung attestieren. Es sollte neben dem Wirk­stoff die genaue Dosierung in mg oder µg und die Ver­ab­reichungsart fest­ge­hal­ten sein. Dies kann formlos geschehen, unter Downloads ist dazu auch ein Formular zu finden (Medikamenten-Meldung), welches als Attest­vor­la­ge verwendet werden kann. Diese Medikamenten-Meldung ist lediglich als Gedächtnisstütze für den Athleten bzw. für das Kontrollformular gedacht und soll nicht zusätzlich bei der NADA ein­ge­reicht werden.

Weitere Hinweise finden Sie unter der Rubrik "Genehmigung verbotener Substanzen".

Weiterhin gilt: Die nicht-systemische Anwendung von Glukokortikoiden = Kortison, muss ab dem 1.1.2011 auch bei inhalativer Anwendung nicht mehr im Vorfeld über eine Erklärung zum Gebrauch (Declaration of Use) angezeigt werden. Das gilt auch für die Inhalation von Salbutamol und Salmeterol, ab dem 1.1.2012 für Formoterol sowie die nicht-systemische Verabreichung von Blutplättchenpräparaten (PRP). Ihr Einsatz muss aber auf dem Doping-Kontrollformular erwähnt werden.

Bitte beachten Sie beim Versand persönlicher medizinischer Patientendaten und - unterlagen die einschlägigen Datenschutzbestimmungen und übermitteln Sie Arztbriefe und Befunde nur postalisch und als verschlossene Arztsache.

Bitte beachten Sie auch die neuen Formulare, die PDF-Dateien können am PC ausgefüllt werden. Für Athleten, die ihre Medikamente in ADAMS eintragen müssen, kann die NADA dies übernehmen, um medizinische oder formale Fehler zu vermeiden.

Für weitere Hinweise zur Genehmigung von verbotenen Substanzen, Asthmasprays und Glukokortikoiden bitte direkt anklicken.

National oder international?

In der Regel bearbeitet die NADA die Anzeigen und Anträge von Athleten, die auf nationaler Ebene starten bzw. Mitglied des nationalen Testpools sind. Für Athleten die auf internationaler Ebene starten oder die einem internationalen Testpool angehören, ist der internationale Sportfachverband zuständig. Ausnahmsweise kann die NADA mit dem vorherigen Einverständnis des internationalen Fachverbandes Ausnahmegenehmigungen auch für die internationalen Sportler erteilen.

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